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Eukalyptus-Hölzer (nicht aus Plantagen)

Die Gattung der Eucalyptus-Gehöze ist mit etwa 600 Arten besonders zahlreich und hauptsächlich in Australien, Tasmanien und Neuguinea natürlich verbreitet. Aufgrund der oft besonders hohen Bäume, die bei einigen Arten bis 100 m Höhe erreichen und auffällig gerade, lange Stämme bilden, bestand schon früh ein holzwirtschaftliches Interesse an dieser Gruppe. Die Nutzung dieser noch wild gewachsenen Eukalyptus-Hölzer wurde wesentlich durch eine von der Art abhängige mittlere bis hohe Härte und eine von hell eichenbraun bis dunkel rotbraun reichende Färbung gefördert. - Derzeit ist der europäische Verbrauch von im natürlichen Verbreitungsgebiet gewachsenem - und nicht aus Plantagen stammendem Holz - auf nur geringe Mengen weniger Arten begrenzt. Im Gegensatz hierzu steigt der Verbrauch von Eukalyptus-Hölzern aus Plantagen, die in zahlreichen Ländern außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes entstanden (Merkblatt 95 Eukalyptus-Hölzer nur aus Plantagen). - Anschließend werden 4 der wichtigsten Arten der verschiedenen Verwendungsgruppen beschrieben, die aus Naturwäldern Australiens oder Tasmaniens stammen.

Botanische Bezeichnungen, wichtige Handelsnamen und natürliche Verbreitung

Eukalyptus diversicolor = Karri - Südwestl. Australien;
Eucalyptus marginata = Jarrah - Westl. Australien;
Eucalyptus regnans (u. 2 weitere Arten) = Tasmanian „Oak", Mountain „Ash"-
Tasmanien, südöstl. Australien;
Eucalyptus siderophloia (u. 3 weitere Arten) = Red Ironbark. Broadleaved ironbark und 3 weitere Arten - östl. Australien; Familie der Myrtaceen

Kurzzeichen nach DIN 4076 Blatt 1

JAR (für Jarrah); KAR (für Karri); Tao (für Tasmanien "Oak").

Beschreibung
Stammform
Auffällig zylindrisch-geradschäftig und schlank; bei Tasmanian "Oak" mit 50 m astfreiem Schaft die größten Längen aller Laubhölzer erreichend, Durchmesser bis 2,5 m; bei Karri bis 28 m astfrei mit Durchmessern bis 2 m; Jarrah und Red Ironbark bis 20 m astfrei mit Durchmessern bis 1,2 m.
Farbe und Struktur des Holzes

Die Splintbreite der 4 Hölzer beträgt bei hiebreifen Bäumen um 3 cm und ist von hellgrauer bis blaß gelblicher Farbe. Das Kernholz von Tasmanian "Oak" ist hell eichenfarben, teils auch mit einem rosa Schimmer; diese Art gehört zu der hellsten Gruppe der Eukalyptus-Hölzer. Dagegen besitzen Jarrah, Karri und Red Ironbark rotbraune bis dunkel weinrote Kernhölzer, wie sie bei den Eukalyptus-Hölzern am häufigsten vorkommen.
Poren mäßig grob bis grob, bei Red Ironbark nur mittelgroß; allgemein zerstreut und zugleich in lockeren schrägradialen Gruppen geordnet; bei Tasmanian "Oak" oft auch mit halbring-poriger Verteilung, die eine Poren-Streifung und Poren-Fladerung hervorrufen. Die Poren-Rillen von Jarrah und Karri können auf den Längsflächen so dicht liegen, daß die Flächen einen deutlich porösen Charakter erhalten; bei Red Ironbark sind die Poren-Rillen feiner, erscheinen heller und sind häufig unregelmäßig oder wechseldreh-wüchsig geordnet. - Die Holzstrahlen sind sehr fein und beeinflussen, wie auch die nur vereinzelten Speicherzellen, das Holzbild nicht.

Gesamtcharakter
Strukturell nur durch Poren geprägte Hölzer, von denen die rotfarbigen schweren, dunklen Mahagoni-Arten ähneln während Tasmanian „Oak" oft dunkleren Eschen- oder Eichen-Hölzern farblich entsprechen kann.
Abweichungen
Dunkelbraune bis schwarze Gummiadern, einzeln oder in tangentialen Bögen, am deutlichsten bei Tasmanian „Oak".
Handelsformen

Schnittholz: Balken bis 25 x 25 cm und 13 m Länge; Spurlatten. Profilholz nach DIN 68126; Parkett verschiedener Form.

Daten
Gewicht, lufttrocken (g/cm³)
a) 0,68
b) 0,83
c) 0,87
d) 1,1
Druckfestigkeit, lufttrocken (N/mm²)

a) 62
b) 64
c) 72
d) 81

Biegefestigkeit, lufttrocken (N/mm²)
a) 112
b) 112
c) 132
d) 154
a) Tasmanian "Oak", b) Jarrah, c) Karri, d) Red Ironbark
Eigenschaften

Alle Eukalyptus-Hölzer aus natürlichen Beständen sind "mäßig schwer" und zeichnen sich überwiegend durch sehr gute Festigkeisteigenschaften und häufig durch eine gute Resistenz gegen Pilzbefall aus. Nachteilig sind die oft hohen Schwindmaße, die das Stehvermögen beeinträchtigen und die Trocknung erschweren.

Tasmanian "Oak": Mäßig schweres und gut bearbeitbares, auch schälbares Holz der hellen und "leichten" Eukalyptus- Gruppe. Die Trocknung ist lansam und vorsichtig zu steuern, um Verziehen, Rissbildung und Verschalen zu vermeiden; vor einer technischen Trocknung ist eine Lufttrocknung erforderlich. Sauber zu hobeln und zu profilieren. Alkalische Leime und Eisenmetalle führ en zu dunklen Verfärbungen. - Mäßig witterungsfest.

Jarrah/Karri: Schwere Hölzer, durch unregelmäßigen Faserverlauf oft erschwerte Verarbeitung; teilweise noch schälbar. Vor der technischen Trocknung ist Lufttrocknung erforderlich; es besteht die Gefahr des Verziehens und der Rissbildung bei Feuchtewechsel. - Witterunsfest.

Red Ironbark: Sehr schwere Hölzer mit extrem hohen Festigkeitseigenschaften. Das Hobeln und jede Bearbeitung quer zur Faser ist durch die hohe Härte stark erschwert. Es ist nach jeder Methode sehr vorsicht zu trocknen, eine technische Trocknung ist aber 30 mm möglich. - Sehr witterungsfest.

Oberflächenbehandlung
Nach bisherigen Erfahrungen können diese Hölzer nach jeder Methode vorteilhaft behandelt werden; bei der Außenverwendung bewährten sich besonders pigmentierte Lasuren und im Innenausbau mattglänzende, farblose Lacke, Während Tasmanian "Oak", Jarrah und Karri durch die Porigkeit oft erhöhte Mengen aufnehmen können, sind bei Red Ironbark geringere Mengen und der dichten Oberfläche entsprechend eingestellte Mittel anzuwenden. - Tasmanian "Oak" kann nußähnlich geräuchert werden.
Verwendungsbereiche

Tasmanian "Oak" : (Vollholz) Profilhölzer für Verbretterungen im Innen- und Außenbau mit Dachüberstand; in Australien auch für Möbel und Fußböden mellierte Bauteile. - (Furniere) Nur in Australien, gemessert oder geschält auch für Sperrhölzer.

Jarra/Karri: (Vollholz) Spurlatten für Förderschächte; Parkett; Brücken- und Hafenoberbau; Teile von technischen Einrichtungen , wie im Mühlenbau oder für Bohrinseln. - (Furniere) Nur in Australien

Red Ironbark: (Vollholz) Überall einsetzbar, wo besonders hohe Belastungen sowie Befall durch Pilze vorliegen und nur keine bis mittlere Abmessungen erforderlich sind: Schwellen, Beläge von Rampen und Brücken, Fundamente, Auflager, Indurstrie-Parkett, Holzplaster, Waggon-Böden, Fachwerk für den Hausbau.

Austauschhölzer

(in Teilbereichen): Für Tasmanian "Oak" - Cerejeira, Eichenhölzer, Esche, Nußbaum, Rüster (Ulmus spp.) ;

für Jarrah/Karri-Abarco, Balau, Keruing, Meranti, rot;
für Red Ironbark- Abzobe/Bongossi, Banga-Wanga ( Amblygonocarpus spp); Pyinkado (Xylia spp.), Mukulungu (Autranella congolensis), Okan (Cylicodiscus gabunensis), Quebracho (Schinopsis spp.).

Das überwiegend in Papua-Neuguinea vorkommende bräunliche Kamerere wird hauthe ptsächlich in Ostasien verwendet.

Literatur

Boas, I.H.: The Commercicial Timbers of Australia. - C.S.I.R.O. Melbourne, 1947.

Dahms, K.-G.: Asiatische, ozeanische und australische Exporthölzer. - DRW-Verlag Stuttgart, 1982.

Farmer, R.H.: A Handbook of Hardwoods. - B.R.E. Princes Risborough, London 1972.

Hillis, W.E. & Brown, A.G.: Eucalypts for wood production. - C.S.I.R.O. Melbourne, 1978.

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